“Genau Richtig” ist besser als “Weniger ist Mehr”
Neulich stand die Frage im Raum, welche Denkhaltung man einnehmen solle, wenn man ein gutes Produkt entwickeln möchte.
Einige Kollegen waren der Meinung, das die sinnvollste Haltung sei: “weniger ist mehr”, und haben dabei auf designorientierte Produkte verwiesen, die schliesslich selten sehr viele Funktionen abdecken, oder Bedienelemente haben.
Meine Meinung ist demgegenüber, daß “genau richtig” eine viel treffendere Haltung ist. Gute Produkte sind nicht deshalb gut, weil sie wenige Funktionen vorweisen, sondern sie sind gut, weil sie genau die richtigen Funktionen abdecken, und dies gut.
Das Produktmanagement liefert hierbei wichtige Impulse.
Antoine de Saint Exupery
Antoine de Saint Exupery hat einen meiner Lieblingssätze geprägt, und hat damit für mich letztendlich geklärt, auf was es in der Produktentwicklung ankommt:
“A designer knows he has achieved perfection not when there is nothing left to add, but when there is nothing left to take away.”
Sinngemäß bedeutet dieser Satz, daß ein Design dann gut ist, wenn man nichts mehr hinzufügen, oder wegnehmen kann. Was er damit sagt ist, daß man zunächst einmal viele Funktionen in ein Produkt hineindenken muss, und dann solange Teile herausnehmen sollte, wie das Produkt dadurch nicht schlechter wird. Em Ende dieser Prozedur wird das Produkt “genau richtig” sein.
Designorientierte Strategien als Beispiel
Viele designorientierte Firmen setzen die Idee von Exupery praktisch um. Dabei taucht ein weiterer Name immer wieder auf: “Dieter Rams”, einem einflussreichen Designer der Firma Braun Elektrogeräte, der quasi die Grundlage für viele heutige designorientierte Produkte geschaffen hat, indem er die 10 Gebote des Designs geprägt hat.
Neulich habe ich von einer Ausstellung berichtet, die die Produktstrategie von Apple behandelt wurde, und das dahinterstehende Denken. Ein Artikel aus dem Hamburger Abendblatt (siehe Weiterführende Informationen am Ende des Artikels) kündigt diese Ausstellung mit aussagekräftigen Worten an:
“Gutes Design ist so wenig Design wie möglich.” Wenn das nur so einfach umzusetzen wäre, wie es klingt. Das letzte der legendären zehn Gebote von Dieter Rams, dem ehemaligen Chefdesigner von Braun, ist auch den Tüftlern und Geheimnisbastlern bei Apple heilig. Steve Jobs, Gesicht und Motor der Firma, schaffte es, diese Anweisung für seine untergebenen Kreativen noch drastischer zu verkürzen, auf ein brutal schlichtes “Lass das weg”….
An dem Zitat kann man sehen, daß das Weglassen – wo möglich, d.h bei unwichtigen Features – dazu dient, ein gutes Design zu finden. Es ist also mehr als nur “Weglassen”, und “Vereinfachen”.
Umsetzung
Welchen Beitrag leistet hierbei nun das Produktmanagement, werden Sie sich sicher fragen.
Glücklicherweise hat heute hat die Firma Pragmatic Marketing ihren neuen Gehaltsreport veröffentlicht (siehe Weiterführende Informationenam Ende des Artikels).
In diesem Report steht neben den Gehaltsaussichten u.a. eine Liste der Hauptaufgaben der Studienteilnehmer. Sehr viele der dort aufgeführten Arbeitsgebiete des Produktmanagement dienen letztendlich dazu, die Daten und Informationen zu beschaffen, mit denen man beurteilen kann, welche Features wichtig sind, und welche nicht.
Wie wir oben gesehen haben, sind diese Informationen essentiell, um gute Produkte entwickeln zu können:
- Understanding market problems (Marktanforderungen verstehen)
- Maintaining the roadmap (Die Entwicklungskarte pflegen)
- Writing product requirements (Produktanforderungen beschreiben)
- Defining positioning (Positionierung definieren)
- Performing competitive analysis (Wettbewerb analysieren)
- Defining use scenarios (Gebrauchsscenarien definieren)
- Defining use personas (User Personas definieren)
- Defining market segments to target (Zielsegmente definieren)
- Managing innovation (Innovation managen)
- Writing competitive checklists (Wettbewerbschecklisten erstellen
- Performing technology assessment (Technologiebewertung)
- Buyer personas (Käuferpersonas beschreiben)
Weiterführende Informationen
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Weiterführende Informationen im Internet
Im Internet finden Sie weiterführende Artikel:
- →2011 Annual Product Management and Marketing Survey (Pragmatic Marketing)
- → Angebissene Erkenntnis (Hamburger Abendblatt)
Weiterführende Informationen auf www.Produkt-Manager.net
In meinen älteren Artikeln finden Sie weiterführende Informationen zum heutigen Thema:
- →Die größten Fehler der Existenzgründer und das Requirementsengineering
- →Bewertung von Produktideen
- →Dem Wahren, Schönen, Guten
- →Was tun wenn man mehr Anforderungen hat, als Zeit….?
- →Wer genau hat es verbockt? HP und die Rolle des Entwicklungs-Know-How
Tags: Design Thinking, Innovation, Messaging, PM Role | Comments Off

















Ich arbeite seit vielen Jahren in der Softwareentwicklung für Unternehmensanwendungen mit dem Schwerpunkt globale Standardanwendungen. Sie sind hier richtig, wenn sie sich für Praxiserfahrungen im Produktmanagement für Investitionsgüter interessieren.


